[Dem Lexe sei Seide]
Alexander 'Lexe' Köberlein


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Der Kolumnist!


Hieß da nicht ein Lied: "Und Vater war ein Wandersmann..." Ist Flucht aber eine Wanderung? Ein Vater der irgendwo weg ist. Keine Bildung, kein Gespräch. Alk. Schläge, kleinkriminelle Aktionen in der Kindheit... aber dann auch ein russisches Akkordeon mit melancholischen Liedern.

Hallo liebe Gracher-Fans,
SERVUS allerseitz em Auguschd


Heute geht's um Musikalität, die man hat oder nicht, oder halt mitkriegt - wie der Landläufige vermutet. Aber es gibt da viele Wege ... Meistens kommts von den Eltern. Entweder frühes Training oder beiläufiges vages Aufsaugen. Unser Anfangskindheit war eher das zweite. Wir hatten schließlich unser erstes Instrument erst mit Vierzehn, in der Stadtkapelle Schussenried. Der Unterricht war frei. Und damit der Weg zum echten Blues.

Saratow an der Wolga hatte 1932, als mein Vater als 7-Jähriger hätte die Schule besuchen können, keine deutsche Schule mehr, weil Stalin alle "Kulaken" vernichtete, verhungern ließ. Alle Großgrundbesitzer, also auch die deutschen Bauern an der Wolga. Meine Großmutter mütterlicherseits ist, z.B. in diesem Jahr verhungert. Meine Mutter (1929 geboren) schreibt in ihrer liebevoll einfach geschriebenen Biographie von gefrorenen Leichenbergen, von gefrorenen - sorry - Scheißhaufen-Bergen im Schulklosett, vom Gefängnis des Vaters, also meines Opas, der erst durch den Pass eines verhungerten deutschen Mitgefangenen durch Flucht aus dem russischen Gefängnis entkam. Von vielen Toten auf der Flucht.

Auch mein Vater hatte einen gefälschten Pass, weil seine Mutter ihn "wegen dem Militär" ein Jahr jünger machte. Über die Zeit, wo er als sechzehnjähriger "Dolmetcher" vom deutschen SD - einer Säuberungsorganisation der Nazis - benutzt wurde, hat er nie ein Wort verloren. Wo er seinen rechten Daumen verloren hatte, weiß auch niemand. Manchmal war er auch lustig: er steckte sich dann den nicht vorhandenen Daumenstumpen in die Nase um kleine Kinder zu erschrecken (Mama gugg, der Ma hod da ganze Dauma en dr Nas denna).

Auch wenn dann eine Flucht einsetzte, die unsere beiden Ur-Familien, die Köberleins und Falkensteins, im Verlauf der 30er Jahre von der Wolga bis nach Weißrussland führte - später dann hinter die deutsche Front - hatte mein Vater wohl die Gelegenheit, die Leidenschaft, die Zeit, sich die russische Akkordeon-Musik auf erstaunliche Weise anzueignen.

Ja, das war dann die Musik, die wir u.a. in der Kindheit hörten. Natürlich auch die deutschen Schlager: "Tante Anna" … "Anneliese, ach Anneliese". Mein Vater hatte sich als Jugendlicher in den russischen Tanz-Kneipen neben die Akkordeonspieler gesetzt und die Musik und die Fingerbewegungen der Spieler quasi fotografisch in sich aufgesaugt. Ein diatonisches Knopfakkordeon hat keine Keyboard-Logik. Alle Ton- bzw Knopfabstände stehen in kleinen Terzen. Da passierte dann was Visuelles, Haptisches und Gehörtechnisches in der Aneignung, wie ich es leider selber nicht kenne. Nur mein Sohn Janosch hat wohl diese besondere Art des Aneignens von Musik vom Opa Florian übernommen. Auch Didi Holzner von Schwoißfuaß hatte eine solche Art Gitarre zu spielen, was ich sofort erkannt hatte. Zuhören, Anschauen, Nachspielen. Auf alle Fälle konnte mein Vater in wahnwitzigem Tempo ein paar total geile russische Lieder spielen. Auch die melancholischen, wo meine Mutter dann kräftig mitsang. Er machte das am Ende nur noch selten, nachdem er einmal - schon mit Darmkrebs - beim Akkordeonspielen hinter den Wohnzimmerschrank rutschte. Wegen ein, zwei Wodka.

Vor ihrem Tod hat meine Mutter mir mal gestanden, dass sie als junge Mutter noch davon träumte, eine große deutsche Schlagersängerin zu werden. Begabt war sie, und sie hat sicher auch was an ihre 8 Kinder weitergegeben. Eher so nebenbei - unbewußt. Und doch: meine Schwester Gaby konnte mal alle Rock-Arien von Nina Hagen originalgetreu singen. Walter spielt ein gutes Saxofon in einer Reggae-Band. Andy kann die Gitarre spielen, malen und singen. Ingrid hatte grad einen unverhofften Soloauftritt in einem Chor. Luzi hätte eine geile raue Stimme, wenn sie singen wöllte. Nur Eugen - "blutarm, im Brutkasten und nur knapp überlebt", so die Mutter in ihrer Biografie, beschränkte sich von vorne rein darauf, keine Musik zu machen, sondern diese zu ermöglichen: Wer nix wird, wird Wirt. Er hatte eine Dorfkneipe in Andelfingen bei Riedlingen, wo Schwoißfuaß erste legendäre Konzerte hatte. Damals stellten die Kiz zig Leitern, die sie von den Bauern ausgeliehen hatten an die Hauswand, um das Konzert zu erleben. Eugen wurde dann aber doch was anderes, er ist in der Altenpflege und übt inzwischen schon an sich selber (50% -Beschäftigung).

Georg und ich waren ab den Endsechzigern immer neugierig und probierten viel - am liebsten Freejazz oder chaotische Neue Musik, vorallem weil es da keine Regeln gab. Der Mut zum Komponieren, zum Texten, gehörte aber später nach dem Studium auch dazu. Das kann wohl nicht jeder. Auch der Mut, dann wenn es mal mit der Musikaktzeptanz nicht mehr so klappt, aus der Konfrontation mit Publikum und Presse zu lernen. Ein Typ namens Pierre de la Quack - oder so ähnlich, hatte uns mal massiv in der Südwestpresse Ulm attackiert. Georg wollte ihm glaub mal sogar "dGosch vollhaua". Aber wir hatten schließlich doch anders drauf reagiert und uns einfach etwas mehr musikalisch angestrengt, damals.

Musikalität muss scheitern können. Perfektion kann töten, sagt der Dilletant.

Auch Hansi hat manchmal so seltsame Aussetzer im Konzert wie die Köberleins. Wir werden halt nie durchtrainierte Klassik-Fuzzis sein. Jetzsowiesonemme. Tut mir leid, aber wie Klassik geübt wird ist schon irgendwo Terror an den Kiz. Du bist am Ende eine Maschine. Im Gegensatz dazu hatten wir - irgendwo, irgendwie - bissle den "Blues" mitbekommen, nicht zuletzt auch vom traurigen russischen Lied.

In this ghost haben wir nun bald unseren "musikalischen" Beruf finalement ausgeübt.

Sind müde aber zufrieden. Ich halte nichts von Menschen, die nochmal loslegen müssen mit 66 - wohl weil sie vorher "nicht richtig gelebt" hätten. Aber - 40 Jahre Chef über sich, ist ja auch Scheiße. Und das Lied von Udo Jürgens war schon immer: hahaha.

Im August sind nur wenige Konzerte, ab September ist die Kapelle jeden Monat mit 8-9 Konzerten gefordert. Sie hatten nichts und gaben alles! Des isch viel gnuag.

A scheena Zeit vollenz!
Lexe

(05.08.17)
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Die Musiker:
Hansi Fink [Gitarre, Akkordeon]
Alexander Köberlein [Keyboard, Saxophon, Gesang]
Georg Köberlein [Gitarre, Posaune, Gesang]
Martin Mohr [Schlagzeug]
Paul Harriman [Bass]


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Zwanzg Johr Subbrr Rückkehr der Melancholen Goddsallmächdig live Morbus Fidibus 2003 Keiner schunkelt 2005 Hippies & Futurischda 2008 Geheimsache Schussenried 2010 Dobblgrachr 2012

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13.08.17 bildla aus balingen vom 05.08.17. dohanna gligga.
05.08.17 lexe's seite neu.
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Ze oridschinell Gracher-Peidsch-Söhrtsch-Endschinn
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